Werner Drewer und Michael Drewenstedt 2008

In liebevoller Erinnerung an Werner Drewer

Im Jahre 2000,habe ich den ehemaligen Bäckerladen von Werner Drewer,damals Detmolder Strasse 554,angemietet mit der angrenzenden, kleinen Backstube.

Dort stand noch der alte Drewerofen,der von 1967 an,in der kleinen Backstube seinen täglichen Dienst tat.

Wer Werner Drewer kannte,weiss noch,daß er ein Urgestein und Unikum von Hillegossen war.

Als der Laden von mir neu eingerichtet wurde,bat Werner mich seinen alten Ofen,an Ort und Stelle stehen zu lassen.

Werner meinte,daß ich es nicht bereuen würde,wenn ich diesen alten Ofen weiterhin benutzte.

Ich wollte dies erst nicht,denn der Ofen war schon knapp 40 Jahre alt und wir hatten fürs Geschäft einen modernen Ladenbackofen bereit stehen.

Werner Drewer meinte damals,wenn ich den Ofen weiterhin benutzte,würde er mir Samstags beim Backen helfen.

Ich ließ mich überreden und habe bis zum heutigen Tage nichts bereut.

Was für ein Glück für mich!

Die Teiglinge kommen zwar aus unserer Backstube,an der Alten Detmolder Strasse,abbacken tun wir aber im Drewerofen auf Steinplatten an der Detmolder Strasse 580,direkt an der Kreuzung in Hillegossen.Mitlerweile sind schon mehere Generationen mit diesen Brötchen groß geworden.

In wenigen Tagen  können Sie hier eine Diashow sehen,mit Bildern von den alten Besitzungen,vor und nach dem Abriss.Da werden sicherlich viele Erinnerungen hochkommen.

So wissen noch viele Kunden,daß im Garten von Drewers,neben der Gartenhütte,an den Rosenbeeten vorbei,der Eingang zur kleinen Backstube war.

Die frühen Kunden haben dort ihre Brötchen direkt aus dem Ofen heraus gekauft.

Manch einer,wenn er denn zur frühen Stunde des Tages aus der Disco kam,ebenfalls!

Als nun die alte Drewerbesitzung dem neuen Deppecenter weichen musste und die Gebäude von Drewers und Kuhlmanns abgerissen werden sollten,zog ich um,an den jetzigen Standort an der Hillegosser Kreuzung in mein Steinofencafe.

Den Drewerofen haben wir natürlich mitgenommen,jedoch habe ich das gute Stück komplett restaurieren lassen,für so viel Geld,daß ich mir davon einen neuen Ofen hätte kaufen können.

Leider konnten wir damals den vierten Herd nicht mehr retten,der uns gerade an den Feiertagen fehlt und zu Engpässen in der Stoßzeit führt.

Es ist die Sache aber wert und der Geist und das Vermächtniss von Werner Drewer lebt in diesem alten Ofen weiter.

Wir behalten ein Stück Hillegosser Geschichte bei und werden auch die Drewerbrötchen weiterhin für Sie backen.....auch Sonntags!

Werner Drewer verstarb 2012 und in 2017 wird sein alter Backofen nunmehr 50 Jahre alt.

Ich hoffe sehr,daß uns das gute,alte Stück noch lang erhalten bleibt,denn den 50.ten Geburtstag des Ofens,wollen wir mit einem tollen Fest feiern und mit einer Ausstellung von Erinnerungsstücken von Familie Drewer die Feierlichkeit begleiten.

Wir freuen uns täglich darüber, dieses Erbe weiterhin pflegen zu dürfen,eine alte Tradition zu behalten und in stetiger Erinnerung an Werner Drewer, uns täglich vor Augen führen,welch einen Schatz wir besitzen.

Wir sind stolz und dankbar dafür!

 

Werner...wir vergessen dich deshalb nicht!

 

PS:Achten Sie doch einmal im Eingangsbereich im Steinofencafe in Hillegossen auf das Objekt,oben auf dem Regal,linke Seite.Dort haben wir den alten Blitzableiter ausgestellt,ein Erinnerungsstück,ganz besonderer Art.Als der Abrissbagger das Dach von Werner Drewers Haus zum Einsturz brachte, hat Frau Bruns,vom Fototeam Eickhoff gegenüber,daß seltene Stück vom Schuttberg gerettet.

Für uns ein sehr emotional geladenes Erinnerungsstück,mehr als 120 Jahre Alt!!

Das Fototeam hat es mir am 01.Juni 2015 geschenkt.Danke herzlichst dafür.

Das Drewersche Gehöft vor dem Abrissbagger